Mein Fazit zur Pokémon GO Safari-Zone in Prag

So war das Event in Prag

Centrum Černý Most mit Pokémon GO

Das zweite Safari-Abenteuer ist zu Ende und es wird Zeit für mein Fazit. In diesem Artikel möchte ich von meinen Erlebnissen in Prag berichten. Gulaschsuppe, Chaneira-Auflauf und Bonbon-Polonaise – viel ist passiert in 48 Stunden.

Pokémon GO Plus auf Amazon

Das war die Safari-Zone in Prag

Einleitung

Das CentrO in Oberhausen sorgte für einen außergewöhnlichen Safari-Auftakt und brachte Pokémon nach Deutschland, von welchen man selbst als eingefleischter Trainer sonst nur träumt. Taubsi wurde zu Chaneira umbenannt und Kramurx nannte man ganz einfach Larvitar. Kurzum, es gab Seltene wie Sandamer.

Nicht lange musste ich also überlegen, ob ich die zweite Safari-Zone im vier Stunden entfernten Prag besuchen möchte. Diesmal allerdings „nur“ als „normaler“ Spieler. Das Ticket wurde mir, anders als in Oberhausen, nicht garantiert zugesichert und ich durfte den Nervenkitzel bei der Ticketvergabe am eigenen Leib erfahren. Wie es das Schicksal so wollte, konnte ich schlussendlich eine der begehrten Eintrittskarten zur Glückseligkeit für mich behaupten, wonach einem genialen Wochenende eigentlich nichts mehr im Wege stand.

Ich ging mit hohen Erwartungen an die Sache ran, wusste allerdings auch, dass man die Pokémon-Eskalation im CentrO nur schwer überbieten könnte.

Pokémon GO in Prag

Nach einer vierstündigen Autofahrt war ich bereits am Vortag in Prag angekommen und habe mir erstmal die Stadt genauer angesehen, da ich wusste, dass ich am eigentlichen Tag des Events nichts anderes im Kopf haben würde als Chaneira, Larvitar und Shinys – und so war es schlussendlich auch.

Ein Nachteil davon, dass ich nicht als offizieller Partner des Centrum Černý Most – und ja, ich muss den Namen aufgrund der Sonderzeichen nun jedesmal kopieren – erschienen bin, war die fehlende Informationskommunikation. Dies lag nicht unbedingt an der Sprachbarriere, sondern eher daran, dass das Centrum in Prag kaum Infos im Vorfeld veröffentlicht hat und es keinen Kommunikator gab, der den Ablauf und weitere wissenswerte Details vorab auf sozialen Kanälen erläutert hat. Offenbar hat sich für Prag kein tschechischer Let’s Player aus dem Bereich Pokémon GO gefunden.

Schilling im Centrum (Prag)

Offiziell hieß es nämlich, dass das Event von 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr aktiv sei. Die Ticketvergabe startete allerdings offiziell schon um 8:00 Uhr, was jedoch leider erst kurz vor knapp angekündigt wurde. Das sind immerhin zwei wertvolle Stunden, die manche Leute dadurch versäumt haben.

Ich habe jedoch schon geahnt, dass man früher mit der Registrierung beginnen würde, deshalb mein Wecker mich bereits um 5:00 Uhr aus einem sanften Pummeluff-Schlaf geholt hat. Vor 8:00 Uhr war es noch sehr ruhig im Centrum Černý Most und ich konnte einige Fotos von den Trainerlounges knipsen. An einigen Scheiben in der Mall glänzte das Safari-Logo und auf dem Boden befanden sich Wegweiser zu den einzelnen Teamlounges.

Im Spiel sah es zu diesem Zeitpunkt noch nicht so rosig aus. Normale Pokémon tauchten zwar in gewaltigen Mengen auf, ohne Registrierung waren jedoch keine PokéStops zu sehen. Kurz nach 8:00 Uhr ploppten dann die Event-Stops auf und man wusste: das war der Startschuss für einen legendären Samstag!

Die Ticketvergabe fand in einem Zelt beim westlichen Eingang statt. Hier wurde diesmal bei den einzelnen Schlangen – die Rede ist nicht von Rettan – nicht nach alphabetisch eingeteilten Blöcken sondern nach Teamfarbe sortiert.

Safari-Zone in Prag

Als stolzes Mitglied des gelben Teams war die Warteschlange für mich so lang wie die Kampfzeit gegen ein WP 10 Karpador. Ich wusste doch, dass sich die Wahl meines Teams eines Tages bezahlt machen würde! Wie ich später herausgefunden habe, hätte man sich auch problemlos bei den anderen Arboks einreihen können, sofern einem die Farbe des Stickers im Trainer Kit egal gewesen wäre.

Damit komme ich mit einer perfekten Überleitung zu den Schmankerln, über welche man sich als Ticketbesitzer freuen durfte. In der Tüte enthalten waren folgende Dinge:

  • QR-Code: Das wohl wichtigste Stück Papier im Leben eines europäischen Pokétrainers ist der kleine Zettel, auf welchem der QR-Code für die Registrierung zum Event abgedruckt ist.
  • Flyer: Der faltbare Fyler ähnelte der Broschüre aus Oberhausen und enthielt Informationen zu den Lounges, dem Event-Ablauf und dergleichen.
  • Pikachu-Kappe: Faltbar war außerdem die knallig gelbe Pikachu-Kappe aus Karton.
  • Sticker: Je nach Warteschlange gab es einen Teamsticker in der jeweiligen Farbe.
  • Poster: Das zugegebenermaßen wirklich schicke Teambändchen suchte man in den Tüten mit dem Centrum Černý Most-Logo vergeblich. Stattdessen gab es ein XXL-Poster mit dem Safari-Teaserbild.

Alles in allem verlief die Vergabe der Säckchen reibungslos und selbst Team Mystic-Spieler mussten keine lange Wartezeit absitzen. Spannend wurde es dann beim Aktivieren des QR-Codes.

Zweite Medaille oder nicht zweite Medaille, das ist hier die Frage.

Shakespeare, 2017

Da ich aus Oberhausen bereits eine schillernde Medaille mit nach Hause nehmen durfte, war ich mir nicht sicher, ob mich eine zweite Teilnahme an der Safari-Zone auch mit einer zweiten Medaille belohnen würde.

Uuuuuund…

Nach einer kleinen Werbeunterbrechung geht es weiter mit der Medaillen-Auflösung.

Trinken Sie Wasser. Wasser ist gut, lecker und richtet in Form von Hydropumpen enormen Schaden an.

Diese Werbeeinschaltung widmete Ihnen Aquana.

Uuuuuuund es gab eine zweite Medaille! Demnach zieren ab sofort zwei Pikachu auf grünem Safari-Hintergrund mein Trainerprofil. Der Nutzen hiervon hält sich in Grenzen, als Jäger und Sammler freut man sich jedoch über jede Errungenschaft.

Nach dem Aktivieren des Codes drehte ich noch bis zur Mittagsstunde einige Runden im Centrum mit den Sonderzeichen. Eigentlich wollte ich diesmal schon in der Mall viele Pokémon „per Hand“ (ohne Pokémon GO Plus) fangen. Dass ich jedoch in einem tschechischen Einkaufszentrum nach jedem dritten Schritt erkannt werden würde, hätte ich selbst nach der Selfie-Party im CentrO nicht erwartet.

Es blieb also beim vibrierenden Plus und ich habe Dutzende Trainer aus aller Welt getroffen, Fotos gemacht, Handyhüllen unterschrieben und mich nett unterhalten. Hiermit darf sich jeder gegrüßt fühlen und ich bedanke mich vielmals für die enorme Unterstützung auf meinem Pokémon-Abenteuer. Aber genug davon, widmen wir uns wieder den Geowaz-harten Fakten.

Ein gesondertes WLAN für alle Pokémon-Spieler war verfügbar, allerdings gestaltete sich das Erfragen des Passworts als kleine Schnitzeljagd. Auf dem Flyer befand sich zwar eine Passage bezüglich des WLANs, das Passwort fehlte allerdings genau so wie die Teambändchen.

Mein Netz in Prag schaltete sich vom österreichischen Anbieter „Drei“ auf „O2“ um und ich konnte während meiner gesamten Anwesenheit problemlos fangen. Auch das WLAN schien bei allen von mir befragten Trainern eine reibungslose Verbindung zu Chaneira, Larvitar, Kangama, Voltilamm und Icognito herzustellen.

Die genannten Pokémon bringen mich direkt zum nächsten Punkt. Wer damals mein Bild- und Videomaterial aus Oberhausen mit offenem Mund bestaunt hatte, wird während der zweiten Safari eventuell festgestellt haben, dass Niantic vermutlich – zumindest meiner Einschätzung nach – ein wenig an den Stellschrauben gedreht haben muss.

Seltene Monster tauchten zwar noch immer in unglaublichen Mengen auf, jedoch ersetzten neue Event-Pokémon wie Miltank und Porygon die Ansammlungen an Chaneira und Larvitar. Das kann man nun positiv („Mehr Diversität!“) oder negativ („Aber ich wollte mir 1.000 Chaneira-Bonbons erfarmen…“) sehen. Ansonsten gab es Starter-Pokémon an jeder Ecke und ein Mix aus Evoli, Machollo, Piepi und Panzaeron sorgte für zusätzliche Abwechslung. Außerdem staunte ich nicht schlecht, als mich Glurak gleich zweimal binnen Minuten mit seinem Feuersturm in Lockmodulen überraschte.

Um 12:00 Uhr ging es dann für mich ab in die Stadt. Die Hotspots kristallisierten sich direkt anhand des verlockenden Blütenstaubs heraus. Prags Innenstadt erleuchtete und nach dem Ablaufen eines Lockmoduls dauerte es oft nur wenige Sekunden, bis es wieder nach Blüten duftete. Touristen, Trainer, Tauben, Tänzer und Taxis: in der Innenstadt war so einiges los!

Ich weiß zwar nicht, wie belebt Prag an einem üblichen Samstag ist, die Dichte an Menschen mit Powerbanks war am 7. Oktober 2017 allerdings verdächtig hoch. Kaum auszumalen, wie viel Geld Niantic den örtlichen Hotels, Hostels, Restaurants und Shops mit solchen Events einbringt. Ich kann nur von mir sprechen, aber ich habe definitiv mindestens zwei grüne Euroscheine in Prag gelassen. Ach, übrigens: „Spielt das noch wer?“

Das Netz in der Stadt blieb stabil und durch den Wegfall der Roaming-Gebühren innerhalb der EU konnte ich ohne zusätzliche Tarife unbeschwert einen Racker nach dem anderen mit Bällen bewerfen.

Mehr als 700 Bälle (400 Pokébälle, 100 Superbälle und 200 Hyperbälle) habe ich mir für das Event vorab erdreht. Am Ende des Tages stehe ich nun bei 0 Bällen – und das, obwohl zusätzlich zu meinem Vorrat ja noch einige Bälle am Tag des Geschehens eingesammelt werden konnten. Monster waren an diesem Tag also definitiv keine Mangelware.

Laut Fitness-App habe ich 21.767 Schritte und 16,7 Kilometer zurückgelegt. Meinen Schuhen zufolge dürften es allerdings etwa 500 Kilometer gewesen sein. Bei all den Pokémon wird man dazu verleitet, von einem Hotspot zum nächsten zu huschen, um nichts zu verpassen. Mein Spielstil mag zwar anstrengend sein, allerdings sitze ich nur ungern bewegungslos bei Lockmodulen, während wenige Meter weiter ein Icognito im Beutel von Kangama sein Unwesen treibt.

Abschließend kann ich sagen, dass das Event aus meiner Sicht ein voller Erfolg war und ich die Anreise von vier Stunden jederzeit wieder in Kauf nehmen würde, um einen Samstag wie diesen erneut zu erleben. Die typische Gulaschsuppe serviert in hausgemachtem Brot würde alleine schon ausreichen, um mich nochmal nach Prag zu locken.

Děkuji za přečtení článku!